Kirchenmusiker

Mein Wunsch:

Gefühlen
Ausdruck
verleihen

Ich werde Kirchenmusiker*in.

Kirchenmusiker*innen bringen uns zum Klingen

Du magst Kirchenmusik in ihrer ganzen Bandbreite – von der Kantate bis zum Gospel, von der Gregorianik bis zu avantgardistischen Klängen? Du arbeitest gerne mit Menschen jeden Alters? Du spielst schon einige Zeit Orgel und hast vielleicht sogar schon eine D- oder C-Ausbildung gemacht? Alles gute Voraussetzungen, um als Kirchenmusiker*in dein Hobby zum Beruf zu machen. Kirchenmusiker*innen bringen Musik in eine Gemeinde oder einen Kirchenkreis. Sie spielen Orgel, leiten Bands und Chöre, organisieren Konzerte, begleiten musikalische Gottesdienste. Sie sind Zentralfiguren im Gemeindeleben und haben zu fast allen Altersgruppen Kontakt. Dabei legen sie eigene Schwerpunkte und bringen ihre persönlichen Neigungen ein. Die künstlerische Verantwortung und Freiheit ist größer als in vielen anderen musikalischen Berufen.

Kirchenmusik ist in der evangelischen Kirche ein wesentlicher Teil der Verkündigung. Sie trägt maßgeblich zum Gelingen von Gottesdiensten und anderen Veranstaltungen bei.

 

Fazit: Wenn du Orgel spielst, eine Bläsergruppe oder einen Chor leiten möchtest und z. B. davon träumst, einmal die großen Werke eines Johann Sebastian Bach aufzuführen, dann könnte dieser Beruf zu dir passen.

Voraussetzungen

Wichtigste Voraussetzung für diesen Beruf ist die Freude an der Musik. Das gilt für das eigene Musizieren ebenso wie für die Arbeit in der Gemeinschaft. Als Kirchenmusiker*in teilst du deine Begeisterung und gibst sie weiter. Wichtig auch: Du darfst musikalisch nicht ganz am Anfang stehen.

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Abitur und Aufnahmeprüfung

Im Regelfall brauchst du die allgemeine Hochschulreife, um Kirchenmusik studieren zu können. Bei besonderer musikalischer Begabung kann in Ausnahmefällen davon abgesehen werden. An allen Studienorten musst du eine Aufnahmeprüfung ablegen, bei der deine bereits vorhandenen Fähigkeiten und deine musikalische Begabung überprüft werden. Die einzelnen Hochschulen informieren in ihren Aufnahmebedingungen über die Details.

 

Was dich bei der Aufnahmeprüfung erwartet

  • Du trägst einige Orgel- und Klavierstücke vor. (In beiden Fächern solltest du in der Regel mindestens zwei bis drei Jahre Unterricht gehabt haben.)
  • Im Orgelspiel werden auch die Fähigkeiten zur Gemeindebegleitung und in der Regel auch erste improvisatorische Ansätze erwartet.
  • Mit dem Vorsingen von ein bis zwei Liedern zeigst du, dass du über eine ausbildungsfähige Stimme verfügst.
  • Deine Kenntnisse in allgemeiner Musiklehre und im Bereich des Gehörs werden in schriftlichen und mündlichen Tests geprüft.
  • Im Bereich Chorleitung werden in den meisten Hochschulen keine großen Vorkenntnisse vorausgesetzt. Teilweise führst du mit dem Hochschulchor eine kurze Probe durch (zum Beispiel das Einstudieren eines Kanons), um grundlegende Fähigkeiten wie Tonangabe, rhythmisches Gefühl und den guten Umgang mit der Gruppe zu dokumentieren.

Praxisorientiertes Studium

Mit dem Bachelor Kirchenmusik bist du für die meisten hauptamtlichen Stellen in diesem Bereich qualifiziert. Dieses Studium dauert acht Semester. Du hast wöchentlichen Einzel- oder Gruppenunterricht in den künstlerischen Fächern (z. B. Orgel, Klavier, Chorleitung, Gesang) sowie in den Bereichen Musiktheorie und Gehörbildung.

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Hinzu kommen Vorlesungen in musikwissenschaftlichen und in theologischen Fächern (z. B. Liturgik, Hymnologie, Theologische Grundlagen) sowie Proben in den verschiedenen Hochschulensembles, die teilweise auch von Studierenden geleitet werden. Du kannst individuelle Schwerpunkte setzen, z. B. Popularmusik, Bläserchor- oder Kinderchorleitung. Neben der klassischen Ausrichtung gibt es seit einiger Zeit auch den Bachelorstudiengang Kirchenmusik Popular.

 

Praktika

In den meisten Studienordnungen ist ein mehrwöchiges Praktikum vorgesehen. In einigen Landeskirchen (Bayern und Württemberg) ist ein einjähriges Berufspraktikum zudem Voraussetzung für eine Anstellung. Manche Landeskirchen bieten nach dem Studium Assistenzstellen an. Zentrale Fortbildungsveranstaltungen für die ersten Amtsjahre sind derzeit in Planung.

Und: Das Kirchenmusikstudium an sich ist sehr praxisorientiert. Dies wird z. B. durch die regelmäßige Arbeit der Studierenden mit den Chören und Ensembles der Hochschule oder mit kooperierenden Kirchengemeinden gewährleistet.

Daneben hast du während des Studiums die Möglichkeit, als nebenberufliche*r Kirchenmusiker*in tätig zu sein (z. B. als Organist*in, Chorleiter*in) und dabei auch im Umgang mit Pfarrer*innen und kirchengemeindlichen Gremien praktische Erfahrungen zu sammeln.

 

Master

Das Masterstudium Kirchenmusik dauert vier Semester. Hier kannst du deine Kenntnisse vertiefen und deine Schwerpunkte deutlich ausbauen. Der Master Kirchenmusik qualifiziert dich für herausgehobene Stellen wie zum Beispiel die an einer großen Innenstadtkirche.

 

Infos zum Kirchenmusikstudium auf der Seite der Direktorenkonferenz für Kirchenmusik.

Wie finanziert man das Studium?

Grundsätzlich stehen den Kirchenmusikstudierenden die gleichen Möglichkeiten der Studienfinanzierung zur Verfügung wie Studierenden anderer Fachbereiche. Studiengebühren werden in der Regel nicht erhoben.

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Die Möglichkeiten individueller Förderung z. B. durch Stipendien oder andere Programme hängen von der jeweiligen Hochschule ab. Bitte informiere dich direkt dort. Es gibt auch einige Studienstiftungen, bei denen sich eine Bewerbung lohnt, z. B. das Evangelische Studienwerk Villigst. Informationen bekommst du bei deiner (zukünftigen) Hochschule.

Praktisch: Als Kirchenmusikstudent*in kannst du in deinem künftigen Berufsfeld jobben. So verdienst du Geld und sammelst gleichzeitig wichtige Erfahrungen. Gerade im Umkreis von Studienorten gibt es dafür zahlreiche Möglichkeiten:

  • Nebenamtliche Festanstellung in einer Kirchengemeinde (z. B. als Chorleiter*in oder Organist*in)
  • Vertretungsdienste (z. B. bei Hochzeiten)
  • Leitung weltlicher Ensembles (z. B. Gesangsvereine, Kinderchöre, Singen im Kindergarten)
  • Privatunterricht (z. B. Orgel, Klavier, Musiktheorie)

Immer bessere Perspektiven

Die Berufsaussichten in der Kirchenmusik sind gut. Und sie werden immer besser! Zum einen ist absehbar, dass viele attraktive Stellen frei werden, weil die bisherigen Inhaber*innen in den Ruhestand gehen. Zum anderen haben die Landeskirchen der EKD in den vergangenen Jahren die Bedeutung der Kirchenmusik für das kirchliche Leben wieder neu entdeckt. In den vergangenen Jahren sind wesentlich weniger Stellen weggefallen als prophezeit – und das, obwohl die Kirchensteuereinnahmen zurückgingen.

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Einige Landeskirchen haben sogar neue Stellen geschaffen, z. B. in Form von Profilstellen. In vielen Landeskirchen – auch in der EKKW – hat sich auch die Vergütungssituation deutlich verbessert, z. B. durch Höhergruppierung im TV-L oder TvöD. Teilweise wurden Kirchenmusiker*innen auch auf landeskirchlicher Ebene angestellt. Die EKKW ist eine relativ kleine Landeskirche, das ermöglicht eine sehr kollegiale Zusammenarbeit auf allen Ebenen. Mit der Kirchenmusikalischen Fortbildungsstätte in Schlüchtern verfügt sie außerdem über ein EKD-weit einmaliges und stark nachgefragtes Aus- und Fortbildungsinstitut für nebenamtliche Kirchenmusiker*innen. Hauptamtliche Kirchenmusiker*innen können hier mitarbeiten, das ist ausdrücklich erwünscht!

 

Wie kommt man an freie Stellen?

Die Gemeinden, die eine hauptberufliche Kirchenmusikstelle besetzen möchten, schreiben meist die offenen Stellen in der Fachpresse aus, zum Beispiel in den überregionalen Kirchenmusik-Zeitschriften „Musik und Kirche“ und „Forum Kirchenmusik“. Über freie Stellen, die nicht per Ausschreibung bundesweit bekannt gemacht werden, kannst du dich bei den Landeskirchenmusikdirektor*innen informieren.

Erfahrungsberichte

Auf einen Blick:

 

Voraussetzung:

Allgemeine Hochschulreife Aufnahmeprüfung

 

Regelstudienzeit:

Bachelor Kirchenmusik: 8 Semester, Master Kirchenmusik: (weitere) 4 Semester

 

Abschluss:

Bachelor, Master, teilweise Diplom

Ansprechpartner

Andreas Schneidewind

Kantor, Leiter der Kirchenmusikalischen Fortbildungsstätte Schlüchtern

ANDREAS SCHNEIDEWIND  Kantor, Leiter der Kirchenmusikalischen Fortbildungsstätte Schlüchtern

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