Mein Wunsch:

Nach
Gott
fragen

Ich werde Religionslehrer*in.

Religionslehrer*innen beantworten nicht alle Fragen

Nichts für Feiglinge: Wer Lehrer*in werden will, entscheidet sich für einen spannenden und bewegenden, aber auch anspruchsvollen Beruf. Das gilt umso mehr für diejenigen, die Evangelische Religion als Unterrichtsfach wählen. Religionslehrer*innen vermitteln komplexes theologisches und philosophisches Wissen. Sie stellen sich existentiellen Themen des Menschseins und suchen gemeinsam mit den Schüler*innen nach Antworten. Als Religionslehrer*in bist du in besonderer Weise als Person gefragt: Mit allem, was du glaubst und wofür du stehst, bist Du für junge Menschen Lehrperson, Vertrauensperson und Ansprechpartner*in in vielen Fragen des Lebens. Das ist eine große Herausforderung – und kann sehr erfüllend sein.

 

Fazit: Wenn du gut mit Kindern und Jugendlichen kannst und es dich interessiert, wie sie über die großen Fragen des Lebens denken, dann könnte dieser Beruf zu dir passen.

Voraussetzungen

Wenn du Religionslehrer*in werden willst, brauchst du erstmal nur das Abitur und musst Kirchenmitglied sein. Aber ob das reicht, um gut in diesem Beruf zu werden? Welche formalen und persönlichen Voraussetzungen solltest du noch erfüllen?

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Schulabschluss

Für das Studium der Ev. Theologie an der Universität wird die Allgemeine Hochschulreife vorausgesetzt. Einen Numerus clausus gibt es in der Regel nicht. Doch manchmal ist das zweite Studienfach (z. B. Mathe oder Deutsch) durch einen NC für bestimmte Schulstufen (z. B. Grundschullehramt) zulassungsbeschränkt. Erkundige dich am besten direkt bei der Hochschule, die dich interessiert.

 

Kirchenzugehörigkeit

Es ist nicht zwingend notwendig, zum Studienbeginn getauft zu sein. Als Religionslehrer*in arbeiten kannst du aber nur als Kirchenmitglied. Spätestens dann musst du also getauft sein und z. B. einer Landeskirche der Ev. Kirche in Deutschland (EKD) angehören. Falls Du Mitglied einer evangelischen Freikirche bist, ist es notwendig, dass diese der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland (ACK) angehört.

 

Sprachkenntnisse

Religionslehrer*innen im gymnasialen Bildungsgang müssen Griechisch- und Lateinkenntnisse vorweisen. Einige Unis verlangen zum Lehramtsstudium zwei moderne Fremdsprachen. Alle Sprachkenntnisse können aber während des Studiums an der Uni erworben werden.

 

Vokatio

Der Beruf des/der evangelischen Religionslehrer*in kann in Deutschland nur ausgeübt werden, wenn eine „Kirchliche Bevollmächtigung“ (Vokatio) vorliegt. Diese erteilt dir die jeweilige Landeskirche. Zu Beginn des Vorbereitungsdienstes (Referendariat) erhältst du eine vorläufige Vokatio, fertig ausgebildeten Lehrer*innen wird dann die unbefristete verliehen. In der Ev. Kirche von Kurhessen-Waldeck geht der Verleihung eine mehrtägige Vokationstagung voraus.

Persönliche Voraussetzungen

Mach den Check: Treffen die folgenden sieben Sätze auf dich zu? Dann hast du beste Voraussetzungen, eine gute Lehrkraft im Fach Religion zu werden!

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  1. Ich kann mich für theologische und religiös-existentielle Fragen begeistern.
  2. Ich habe große Freude an der Arbeit mit jungen Menschen, begegne ihnen wertschätzend und mit echtem Interesse an ihrer Person.
  3. Ich will junge Menschen in ihrem Lernen und in ihrer persönlichen Entwicklung voranbringen.
  4. Ich möchte mich theologisch grundlegend weiterbilden, um in Fragen meines Glaubens und der Religionen auskunftsfähig zu sein.
  5. Ich kann reden – und ich kann auch schweigen und zuhören.
  6. Ich bin bereit, meine theologischen und religiösen Überzeugungen zu hinterfragen und mich von Anderen auf sie hin befragen zu lassen.
  7. Ich bringe die Bereitschaft mit, mich mit meinen Positionen im Kontext der Evangelischen Kirche zu verstehen, mich auf ihre theologische Überzeugungen einzulassen und mich mit ihnen auseinanderzusetzen.

 

Und der eigene Glaube?

Vielleicht bist du überrascht, dass ein Satz fehlt wie „Ich habe einen festen Glauben und bin sehr fromm“? Nun, wir glauben nicht, dass dies schon ein Gütesiegel für Religionslehrer*innen ist. Neben einer theologischen Position und der spirituellen Praxis kommt es eben ganz besonders darauf an, dass deine eigenen Überzeugungen dialogfähig sind und sich im Gespräch mit anderen weiter entwickeln. Das ist heute wichtiger denn je: Der Dialog zwischen den Religionen ist eine der Voraussetzungen dafür, dass unsere Gesellschaft funktioniert. Viele Schüler*innen heute sind zudem nicht mehr religiös erzogen worden und bezeichnen sich selbst als atheistisch. Der Religionsunterricht ist ein wichtiger Ort, an dem interreligiöse Kompetenzen vermittelt und erlernt werden können.

Ausbildung: Studium und Referendariat

Um Religionslehrer*in zu werden, musst du Theologie studieren. Freu dich drauf: Das ist ein besonderes Fach, bei dem du dir nicht nur komplexes theologisches und philosophisches Wissen aneignest, sondern dich immer auch mit dir selbst auseinandersetzt – mit dem, was Du denkst und glaubst und willst und bist.

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Studieninhalte

Das Studium der Ev. Theologie setzt sich für Lehramtsstudierende ähnlich zusammen wie für zukünftige Pfarrer*innen – je nach Uni sitzt du mit diesen auch in vielen Seminaren und Vorlesungen. Du besuchst Lehrveranstaltungen im Bereich des Alten und des Neuen Testaments, der Kirchengeschichte, der Systematischen Theologie (Dogmatik und Ethik) und der Religionspädagogik.

 

Sprachen

Im Gymnasiallehramt werden in der Regel zwei alte Sprachen vorausgesetzt: Griechisch (weil das Neue Testament ursprünglich auf Griechisch abgefasst wurde) und Latein (weil viele historische Quellentexte in Latein vorliegen). Es ist aber kein Problem, wenn du zu Beginn Deines Studiums weder Latein noch Griechisch kannst. Jede Uni bietet hierzu Kurse an, in denen du diese Sprachen studienbegleitend in den ersten Semestern lernen kannst.

 

Religionspädagogik

Ebenso wichtig wie die theologischen Fächer ist die Religionspädagogik. Deren Kernfrage lautet: Wie werde ich eine gute Lehrkraft für Religion? Im Studium gehst du dazu zwei Wege: Zum einen setzt du dich mit religionspädagogischen Methoden, Theorien und Konzepten auseinander. Zum anderen beschäftigst du dich mit deinem eigenen Verhältnis zum Glauben, das es zu klären gilt. Du kannst verschiedene Perspektiven und Standpunkte kennenlernen und ausprobieren und entwickelst so deine eigene Lehrpersönlichkeit.

 

Prüfung und Referendariat

Am Ende deines Studiums steht die Erste Staatsprüfung an. Damit bist du zur Aufnahme in den Vorbereitungsdienst (Referendariat) berechtigt, der in Hessen 21 Monate dauert. Das Referendariat schließt du mit der Zweiten Staatsprüfung ab. Nun bist Du fertig – und Lehrer*in! Du brauchst jetzt nur noch eine „Kirchliche Bevollmächtigung“ (Vokation), um mit dem Unterricht loslegen zu dürfen. Dabei wirst du von der Kirche formell dazu beauftragt und für das vor Dir liegende Amt gesegnet.

Wo studieren? Wie bezahlen?

Ev. Theologie mit dem Berufsziel Lehrer*in kann man in Deutschland an mehr als 40 Orten studieren. Der Wechsel an einen anderen Studienort innerhalb von Deutschland ist in der Regel kein Problem. Auslandsaufenthalte an ausländischen Universitäten sind möglich. Auskunft über Partneruniversitäten bekommst du bei der Studienberatung deiner (zukünftigen) Universität.

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Schulform beachten

Ev. Religionsunterricht wird in Deutschland in allen Schulformen als ordentliches Unterrichtsfach angeboten, deshalb werden die Lehrer*innen auch für alle diese Schultypen ausgebildet: Grundschule, Haupt- und Realschule (inkl. Gesamtschule bis Klasse 10), Gymnasium (inkl. Gesamtschule bis Klasse 13), Berufsschule, Förderschule. Allerdings bietet nicht jede Uni jeden dieser Studiengänge an. In Kassel z. B. gibt es keinen Lehramtsstudiengang für die Förderschule, in Marburg gibt es ausschließlich einen gymnasialen Studienzweig.

 

Finanzielle Förderung

Wer nicht durch seine Eltern unterstützt werden kann, für den ist es gar nicht so leicht, das Studium zu finanzieren. Gut, dass es in Deutschland das „Bundesausbildungsförderungsgesetz“ (BAföG) gibt, die wichtigste staatliche Unterstützung für Studierende. Aber auch von Seiten der Kirche gibt es für sehr Begabte und Fleißige eine Möglichkeit der Studienfinanzierung: Das Evangelische Studienwerk Villigst e.V. ist das Begabtenförderungswerk der evangelischen Kirchen in Deutschland. Es fördert derzeit fast 1.200 Studierende aller Fachrichtungen, Universitäten und Fachhochschulen. Die Stipendiat*innen erhalten ein monatliches Stipendium und Zugang zu einem umfassenden Bildungsprogramm!

Kontakt zur Kirche im Studium

Unser Tipp: Lass dich in die „Liste der Theologiestudierenden“ für das Lehramt aufnehmen! So weißt du immer, was läuft.

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Die Liste

Wenn du in Marburg oder Kassel Theologie studierst, kannst du dich in die von der EKKW eingerichteten „Liste der Theologiestudierenden für das Lehramt“ eintragen lassen und hast dadurch viele Vorteile. Du wirst über kirchliche Veranstaltungen auf dem Laufenden gehalten, z. B. über die Angebote der Kirchlichen Studienbegleitung (s.u.). Du erhältst regelmäßig die Zeitschriften Blick in die Kirche und die rpi Impulse. Nach dem 4. Fachsemester kannst Du zudem ein Büchergeld in Höhe von 75 Euro für Dein Studium beantragen.

Wenn du in die Liste aufgenommen werden möchtest, wende dich an Pfarrerin Maike Westhelle in Marburg oder Dr. Florian Schmitz in Kassel (s. u.). Sie laden dich zu einem Gespräch ein, da könnt Ihr alle Fragen klären. Ach ja: Als Aufnahmegeschenk erhältst du eine Luther-Bibel für dein Studium!

 

Kirchliche Studienbegleitung

Die EKKW bietet Theologie-Studierenden in Marburg und Kassel ein Begleitprogramm zur Unterstützung im Studium an. In vielseitigen, meist kostenlosen Veranstaltungen kannst du deine Persönlichkeit weiter entwickeln, dich auf deine zukünftige berufliche Rolle vorbereiten und spirituelle Erfahrungen sammeln. Hier geht es nicht um Noten, Leistung und Bewertung, hier geht es vor allem um: dich!

 

Deine Ansprechpartner*innen sind:

Maike Westhelle in Marburg
Pfarrerin und Leiterin des Studienhauses.
Dort bist du übrigens jederzeit willkommen und kannst dich bei Bedarf auch persönlich zum Studium beraten lassen!

 

Dr. Florian Schmitz in Kassel Studienleiter für Kirchliche Studierendenbegleitung am Institut für Ev. Theologie. Ihn findest du in der Evangelischen Studierendengemeinde (ESG).

Perspektiven im In- und Ausland

Als Religionslehrer*in hast du einen Beruf mit einer großen gesellschaftlichen Bedeutung. Er ist wichtiger denn je. Du vermittelst Kindern und Jugendlichen ein Verständnis von Religion. Und schaffst damit die Voraussetzung für einen Dialog zwischen den Religionen, ohne den es keinen gesellschaftlichen Frieden geben kann.

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Allerdings: Verbindliche Aussagen über die Jobaussichten von heutigen Lehramtsstudierenden zu treffen, hat etwas von einem Blick in die Kristallkugel. Der Bedarf an Lehrer*innen bestimmter Fächer und Schulformen schwankt und hängt von vielen verschiedenen Faktoren ab. Derzeit werden z. B. Grundschullehrer*innen händeringend gesucht. Im gymnasialen Bereich ist es dagegen abhängig von der Fächerkombination, ob man leicht oder schwer einen Job findet. Eines aber ist sicher: Das Fach Ev. Religion wird es weiterhin geben – und damit auch Bedarf an Religionslehrer*innen! Von Vorteil ist das Fach, wenn Du mit dem Gedanken spielst, einmal in einem anderen Land zu arbeiten. Viele deutsche Schulen im Ausland befinden sich in kirchlicher Trägerschaft, und Ev. Religion wird auch dort als Schulfach angeboten. Informationen hierüber erhältst Du über das Hessische Kultusministerium oder das Bundesverwaltungsamt.

Das Religionspädagogische Institut (rpi)

Das Religionspädagogische Institut (rpi) ist eine Einrichtung der beiden Ev. Landeskirchen von Kurhessen-Waldeck (EKKW) und in Hessen und Nassau (EKHN).

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Die Zentrale befindet sich in Marburg, weitere Arbeitsstätten sind in Kassel, Gießen, Fritzlar, Fulda, Frankfurt, Darmstadt, Mainz und Nassau.

 

Das rpi bietet jedes Jahr ein breitgefächertes Programm an preisgünstigen Fortbildungsveranstaltungen an, von denen du einige auch schon während des Studiums besuchen kannst. Für (angehende) Lehrer*innen steht eine gut sortierte Bibliothek mit Literatur zu allen erdenklichen Themen des Religionsunterrichts zur Verfügung. Darüber hinaus gibt es Materialpools für alle Schulstufen. Die Plattform rpi-virtuell wird spätestens im Referendariat deine unersetzliche Anlaufstelle. Das rpi gibt auch die Fachzeitschrift rpi-Impulse. Beiträge zur Religionspädagogik aus EKKW und EKHN heraus.

Adressen zum Reinklicken

Hier findet Ihr hilfreiche Links und Adressen fürs Studium und später.

Erfahrungsberichte

Ansprechpartner*innen

Dr. Michael Dorhs

Referatsleiter für Schule und Unterricht im Landeskirchenamt

Maike Westhelle

Pfarrerin, Kirchliche Studienbegleitung in Marburg

Studienleiterin Pfarrerin Maike Westhelle

Dr. Florian Schmitz

Religionslehrer, Kirchliche Studienbegleitung in Kassel

Dorothée Schubert

Studierendenpfarrerin, ESG Marburg im Hans-von-Soden-Haus

Krischan Heinemann

Studierendenpfarrer, ESG Kassel im Dietrich-Bonhoeffer-Haus

Stellenbörse

 

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